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Dienstag, 20. Oktober 2015

Einhörner! Vom Stoff zum Bügelmotiv - kleines Schneidplotter-Tutorial

Ich habe mit der neuen Herbst/Winter-"Kollektion" für Kind1 begonnen und dabei zuerst sechs Basic-Langarmshirts aus einem graulila Jersey genäht. Um für etwas Abwechslung zu sorgen, haben die Shirts Bündchen aus bunten Jerseyresten und Aufbügler.

Einer der Jerseyreste war ein weißgrundiger Einhornprint, aus dem ich ein Sommerkleidchen genäht hatte, was leider wegen der Farbe und dem einfachen Schnitt eher wie ein Nachthemd aussieht (wieder was gelernt). Als ich auf der Suche nach einem passenden Aufbügelmotiv war, hatte ich spontan die Idee, doch einfach das Einhornmotiv als Vorlage zu benutzen und weil das so gut klappte und ich vom Ergebnis ziemlich begeistert bin, möchte ich Euch hier ein kleines Tutorial dazu zeigen.

Los geht's:

1. Zuerst habe ich das Motiv digital fotografiert. Ich nehme dazu mein iPad.
2. Das fotografierte Bild habe ich in ein Bildbearbeitungsprogramm  geladen (idealerweise sollte das Programm Layer unterstützen) und die Umrisse des Motivs nachgezeichnet. Ich benutze dafür den iPad, einen Eingabestift & Adobe Photoshop Touch, was es leider nicht mehr im App Store gibt. Eine Alternative könnte ArtStudio sein, das habe ich aber noch nicht getestet.

Statt Nachzeichnen kann die versierte Grafikprogrammbedienerin sicherlich auch über irgendwelche Filter-, Auswahl- oder Füllfunktionen zur gewünschten Kontur kommen, für mich war das Nachzeichnen aber schneller.

Die Variante ohne technische Unterstützung: das Motiv groß ausdrucken und die Umrisse am Fenster auf einem zweiten Blatt Papier nachzeichnen.

3. Anschließend habe ich die nachgezeichneten Umrisslinien als jpg-Datei exportiert - die Papier-Version könnte eine einscannen oder digital fotografieren.
4. Die jpg-Datei öffnete ich in Silhouette Studio, das Standardprogramm für meinen Schneidplotter (Silhouette Cameo). Dort gibt es die Funktion "Nachzeichnen", mit der dann die Schnittdatei erstellt wird. Dafür gibt's schon ganz viele Tutorials im Netz, als Beispiel verlinke ich zu Sewing Tini, die auch noch weitere hilfreiche Schneidplottertutorials erstellt hat.
5. Auf dem Foto links seht ihr die vorbereitete Schnittdatei. Vor dem Schneiden fülle ich die Restfläche gern noch mit allerlei Kleinkram aus (hier: Sterne und Herzen), um möglichst wenig Bügelfolie zu verschwenden. Die Kleinteile nutze ich dann später in anderen Projekten.
6. So sieht die Bügelfolie geschnitten und entgittert aus. Mähne und Schweif habe ich zusätzlich noch aus Glitzerfolie ausgeschnitten, um ein mehrfarbiges Bügelbild zu erhalten. Das muss in zwei Schritten erstellt und auch aufgebügelt werden. 
7. Zuerst habe ich die Glitzerfolie aufgebügelt. Ich gestehe: ich besitze eine Bügelpresse, da geht das leichter als per Bügeleisen.
8. Anschließend habe ich darüber dann die pinke Flockfolie platziert und aufbügelt. Und dann habe ich mich tierisch über das Ergebnis gefreut!

Im Nachhinein denke ich, dass ich das Einhorn noch weiß hinterlegen oder vielleicht sogar in weiß hätte plotten sollen - meine Farblegasthenie hat wieder mal zugeschlagen & die Kombination ist nicht richtig ausgewogen. Nicht schlimm, Übung macht die Meisterin :-)

Wenn ihr das Einhorn nutzen wollt, könnt ihr Euch das Bild oben übrigens gern nehmen. Die fertige Schnittdatei könnt ihr hier frei herunterladen - falls ihr das tut, würde ich mich über ein kleines Dankeschön in den Kommentaren freuen.

Viele Grüße,
Frau Lotterfix.


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Dieser Beitrag ist verlinkt beim creadienstag.

Dienstag, 17. Februar 2015

Regenbogenkleid & neue Füßchen

Kind1 wollte sich zu Karneval gern als "Regenbogenprinzessin" verkleiden. Ich hatte nicht richtig zugehört und nur "Prinzessin" verstanden (hence Kleid 1), aber als sie beim Anblick des rosa Satin fragte, wo denn die anderen Farben wären, konnte ich mich nicht mehr um das Nähen eines zweiten Kleides drücken.

Da mir das erste Kleid sehr gut gefiel, wollte ich ein weiteres nach dem Schnitt nähen (Willemientje von Farbenmix). Für die Umsetzung meiner Regenbogenidee wurde das Schnittmuster noch verändert, hier die Auflistung aller Änderungen und eine kleine Skizze:
  • Saum vom Überrock begradigt (kein Bogenausschnitt)
  • Passe verlängert & mit Rock zu einem Schnittteil verbunden
  • dieses Schnittteil dann längs in Streifen geschnitten
  • Träger etwas nach innen versetzt

Technische Zeichnung

Generell sollte das Kleid weniger prinzessinenhaft werden, damit Kind1 es auch noch als normales Sommerkleid tragen kann. Ich entschied mich daher für einfache Baumwollstoffe, die ich um zwei selbstgefärbte Stoffe ergänzte, und ich freue mich echt, dass ich dieses Projekt komplett aus Bestandsmaterialen nähen konnte (wie wohl viele Näherinnen kaufe ich mehr Stoffe als ich vernähe, dieser Entwicklung möchte ich in 2015 mit einer Stoffstatistik etwas entgegensetzen).

Hier das Endprodukt:

Regenbogenkleid nach Farbenmix "Willemientje"

Stoffe: Blau und Grün sind Baumwollleinen von Stoff&Stil, Pink ist Baumwollstoff "Moire" von Buttinette, Rot ist irgendein Quiltstoff, Gelb und Orange sind selbstgefärbt (Ausgangstoff war ein weißer Quiltstoff), das helle Rosa vom Unterkleid ist Popeline Kornfeld vom Stoffekontor. Rot/Orange/Gelb gefallen mir durch ihre leicht melierte Struktur am besten, das Baumwollleinen ist ok, aus dem Buttinette-Stoff würde ich kein ganzes Kleid nähen, aber für Akzepte ist er auch ok (fällt nicht so schön). Die Popeline ist für das Unterkleid sehr gut, wäre mir für das Oberkleid aber zu steif (sie ist leicht und dünn, aber halt etwas steif).

Man kann in dem Kleid auch putzen, wenn man unbedingt möchte.

Das Kleid wurde im wesentlichen nach der Anleitung von Farbenmix genäht, am Rücken habe ich mich dabei das erste Mal an einem nahtverdeckten Reißverschluss versucht. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, auch wenn die beiden Hälften nicht ganz auf der gleichen Höhe abschließen - man muss ja auch noch Raum für Verbesserungen lassen :-). Zum Nähen habe ich meinen neuen Spezialfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse benutzt und damit ging es - wie von einigen anderen Selbstnäherinnen auf Twitter schon angekündigt - tatsächlich sehr leicht.

Fuß für nahtverdeckten RV // Außenansicht RV // Innenansicht RV

Das war nicht der einzige Spezialfuß, der bei dem Kleid zum Einsatz kam - ebenso habe ich meinen neuen "Vertikalstich-Ausrichtungsfuß" und meinen "Kräuselfuß" verwendet (ich habe eine Schwäche für Nähfüße).

Ausrichtungsfuß // Ausrichtungsfuß // Kräuselfuß

Der Vertikalstich-Ausrichtungsfuß (in manchen Geschäften auch "Stichführungsfuß") ist ein Fuß mit einem eingebauten Lineal und eignet sich super für das genaue Abstandshalten beim Nähen. Im linken Bild sieht man, wie ich damit exakt eine Nahtzugabe von 1 cm einhalte, obwohl ich die Hilfslinien auf der Stichplatte nicht erkennen kann, weil ich den unten liegenden Stoff vom Oberkleid eher schlampig zugeschnitten habe (im angepassten Schnittmuster wollte ich keine Nahtzugabe einzeichnen und habe daher etwas improvisiert). Im mittleren Bild sieht man, wie ich den Fuß nutze, um beim Säumen eine zweite parallele Naht zu nähen.

Den Kräuselfuß (rechtes Bild, hier ein Produktvideo) habe ich schon länger, aber noch nie wirklich genutzt. Bei Willemientje kam er endlich zum Einsatz, da ich damit den Rüschensaum recht schnell annähen konnte: einfach einen extra langen Stoffstreifen säumen und direkt mit Hilfe des Kräuselfußes festnähen, dabei am Anfang ca. 5 cm Stoffstreifen nicht festnähen (für den späteren Ringschluss). Ein paar Millimeter vor Ende des Saumkreises habe ich dann den Rest des Stoffstreifens mit etwas Nahtzugabe abgeschnitten und das Ende des Stoffstreifens mit dem Anfang zusammengenäht (= Ringschluss). Dabei bleibt zwar ein Rest Saumstreifen übrig, aber dafür brauche ich nichts genau abmessen oder heften und mühselig verteilen. Ich habe den Saumstreifen erst mit dem Kräuselfuß an das Kleid genäht und danach die Kante noch einmal mit der Overlock versäubert.

Den Saum vom Oberkleid habe ich mit Satinband verstürzt. Ist nicht optimal, da sich das Satinband nicht so schön an die Rundungen anpasst, aber "it does the job". Zum Feststeppen das Saumes von außen habe ich wegen der vielen verschiedenen Farben mit Transparentgarn gearbeitet, was ich aus dem Quiltbereich kannte (ich habe auch eine Schwäche für Spezialgarne).

Saum vom Oberkleid von innen und außen

So. Mit dem Gesamtergebnis bin ich sehr zufrieden, jetzt hoffe ich, dass das Kleid im Sommer rege zum Einsatz kommt und die schwer entfernbaren Flecken lange auf sich warten lassen (die Tomatensauce im Kindergarten eignet sich nämlich auch super zum Stoffe färben).

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Anmerkung: ich habe beim Korrekturlesen dieses Blogartikels 15 Mal das Wort "übrigens" rausgestrichen. Irgendwie gruselig.

verlinkt bei creadienstag und meitlisache

Freitag, 6. Februar 2015

Prinzessinenkleid nach Farbenmix "Willemientje", Teil 2 / Fertig

Voller Stolz präsentiere ich meine fertige Version von Farbenmix Willemientje:

Prinzessinenkleid nach Farbenmix "Willemientje"

Ich bin da ja eigentlich nicht so, aber bei diesem Kleid möchte ich am liebsten ein großes Schild ranhängen: "Schaut mal! Hab ich selbst gemacht! Ist das nicht toll?". Letzte Woche sah es ja schon recht gut aus, aber die Rüschen und auch der Bolero geben dem Kleid dann noch den letzten Schliff. Bei Farbenmix läuft der Schnitt unter der Kategorie "StarSchnittPattern" und irgendwie hat er wirklich etwas besonderes... das kann man auch daran erkennen, dass es unglaublich schwierig ist, das Kleid in angezogenem Zustand zu fotografieren, denn Kind1 fängt mit Drehen und Tanzen an, sobald sie es anzieht:


Die verwendete Stoffe sind von stoffe.de, Paillettenjersey und Brautsatin für das Kleid (in 3 verschiedenen Farben) und Wellness Flausch für den Bolero. Letzterer ist voll kuschelig toll, war aber durch das Volumen irgendwie biestig zu vernähen (meine Overlock hatte Schwierigkeiten beim Stofftransport).

Ein paar kritische Anmerkungen zum Schnitt möchte ich mir aber noch erlauben:
  • die Träger sind meiner Meinung nach zu nah an den Schultern. Ja, Kind 1 ist eher schmal & der Satin sehr rutschig, aber wenn man sich andere Fotos des Kleides im Netz ansieht, scheint es verbreitet zu sein, dass die Träger fast von der Schulter rutschen. Gefällt mir nicht so und ich werde den Schnitt für die nächste Version des Kleides anpassen.
  • der Bolero-Schnitt ist sehr knapp: nach der ersten Anprobe des Boleros war ich enttäuscht, wie knapp er ausfällt (eng und Ärmel zu kurz). Ich habe dann zusätzlich eine Blende und einen extrabreiten Ärmelsaum angenäht und bin jetzt zufrieden.
  • die Beschriftung der Bolero-Schnittmusterteile ist mangelhaft: aus dem Schnittmuster ist nicht ersichtlich, wo beim Ärmel vorn und hinten ist! Ich habe mir dann überlegt, dass das längere Ärmelstück wahrscheinlich nach hinten gehört (weil sich das mit meinen bisherigen Erfahrungen deckt), aber genau weiß ich es nicht. An Ärmel gehören unbedingt Passzeichen.
Ich finde das Schnittmuster nicht perfekt, aber trotzdem sehr gut gelungen (Anmerkung: ich habe es etwas angepasst, damit das Kleid etwas "prinzessiger" ist, Details findet ihr hier). Einem Anfänger würde ich den Schnitt nicht empfehlen, aber mit etwas Näherfahrung ist er wirklich schön - bodenlange Rüschenkleider sieht man ja nicht so häufig.

Mit der gleichen Schnittmusterbasis möchte ich jetzt übrigens noch ein "Regenbogenprinzessinenkleid" nähen, dafür habe ich den Schnitt noch weiter angepasst: beim Oberkleid habe ich die Schnittteile von Ober- und Unterteil miteinander verbunden (jeweils für die Vorder- und Rückseite) und anschließend längs in Streifen geschnitten. Für die Rückseite sehen die zugeschnittenen Teile dann so aus:


Bei der Vorderseite habe ich außerdem den bogenförmigen Saum durch einen geraden Saum ersetzt. Jetzt muss ich aber erstmal in die "Färbeküche", da mir noch Stoff für die gelben und orangenen Regenbogenstreifen fehlt und ich diesen gern wieder selbst färben möchte.

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

verlinkt bei meitlisache

Dienstag, 27. Januar 2015

Prinzessinenkleid nach Farbenmix "Willemientje", Teil 1 / WIP

Karneval. Karneval. Karneval. Nur, falls in meinem Blogpost irgendwo "Fasching" steht - ich weiß wohl, dass es an meinem derzeitigen Wohnort Karneval heißt, doch ich bin nun einmal mit "Fasching" aufgewachsen (genaugenommen sagt man hier wohl "Fastelovend", aber daran kann ich mich erst recht nicht gewöhnen). Aber unabhängig vom Namen - für diese Gelegenheit schneidere ich Kind1 gerade ein Kostüm. Ein Prinzessinenkleid war gewünscht. Eigentlich ein "Regenbogenprinzessinnenkleid", aber ich habe nicht richtig zugehört und jede Menge rosa Satin gekauft, also werde ich wohl zwei Kleider nähen - ein rosa Prinzessinenkleid, was anschließend in die Verkleidekiste wandert, und ein Regenbogenkleid, was hoffentlich noch als Sommerkleid getragen werden kann.

Als Schnitt dafür hatte ich mir "Willemientje" von Farbenmix ausgesucht. Dem Göttergatten war das allerdings nicht prinzessinenhaft genug, und daher habe ich folgende Skizze angefertigt:

Glücklicherweise muss ich mein Geld nicht mit Zeichnen verdienen.

In Nähterminologie: die Passe von Willemientje soll zu einem echten Oberteil verlängert werden und zusätzlich kommt über den Oberrock noch ein Schößchen. Durch die Verlängerung des Oberteils kann ich den Reißverschluss am Rücken durch Druckknöpfe (KamSnaps) ersetzen - für ein Kostüm meiner Meinung nach völlig ausreichend. Hier ein Foto vom Schnittteil der rückwärtigen Passe/Rückenoberteil, da kann man die durchgeführten Änderungen am besten erkennen:

Der rot schraffierte Teil entspricht dem Originalschnitt (ohne Nahtzugabe).

Ich habe das Schnittmuster für die Passe um 12 cm nach unten verlängert, etwas zusätzliche Breite für eine Knopfleiste hinzugefügt und auf Taillenhöhe den Schnitt 1 cm verbreitert (insgesamt also 4 cm mehr Umfang, denn bis auf die Knopfleiste habe ich die gleichen Änderungen auch am Vorderteil gemacht). Kind1 misst derzeit 114 cm und ist eher schmal, bei Schnittgröße 110/116 führen die Änderungen zu einem bodenlangen Kleid, unter das auch gut noch ein Langarmshirt passt (nicht stilecht, aber im Februar muss man auch mal mit Temperaturen unter 20°C rechnen).

Den Stoff habe ich übrigens bestellt, noch bevor ich den Schnitt in der Hand hatte. Da ich aus den Farbenmix-Angaben zum Materialbedarf nicht schlau geworden bin, habe ich pauschal je 2 m (Polyester)Satin in 3 verschiedenen Rosatönen und zusätzlich 1 m Pailettenjersey gekauft (bei stoffe.de). Mittlerweile weiß ich mehr: auf der Farbenmix-Seite stehen Verbrauchsangaben für Oberkleid, Unterkleid, Futter und Tüll. Die auf dem Schnittmuster abgebildete Version besteht aus Oberkleid und Unterkleid, die Angaben für Futter und Tüll kann man also ignorieren, falls man diese Version nähen möchte, aber man könnte das Kleid eben auch noch zusätzlich abfüttern oder anders kombinieren. Ich entschied mich für die Version "Oberkleid + Unterkleid + 3 Reihen Rüschen". Der Stoffverbrauch der Rüschen ist übrigens auch nicht zu verachten, für 3 Reihen Rüschen braucht man ca. 1 m Stoff, aber das geht aus der Verbrauchstabelle interessanterweise nicht hervor (oder ich hab's nicht kapiert). Mein Rat ist also: erst den Schnitt besorgen, dann überlegen, welche Version man nähen möchte, und auf dieser Basis dann den Stoffverbrauch selbst kalkulieren.

Die Nähanleitung für das Kleid auf der Internetseite (hier) ist übrigens gut, allerdings sollte man sie auch lesen (duh!). Ich hab' sie nur überflogen und dachte arrogant, dass das ja so schwierig nicht sein kann... beim Nähen musste ich anschließend mehrfach meinen Nahttrenner bemühen. Naja, so ist wenigstens der Lerneffekt größer. Apropos Lerneffekt: das Kleid ist mit der Foto-Anleitung nicht schwierig, enthält aber schon Elemente, die es zu einem technisch interessanten Projekt machen: Godets (mit schrägem Fadenlauf nähen), gedoppeltes Oberteil (Reihenfolge beim Nähen & Wenden muss beachtet werden), Unterrock (Oberteil wird zwischen Ober- und Unterrock gefasst).

Wie man aus dem Posttitel erkennen kann, ist das Kleid noch "Work In Progress" (WIP), aber hier ist ein Foto vom Zwischenstand:

Pink. Und Glitzer.

Das Schößchen aus dem Paillettenjersey ist im Originalschnitt nicht enthalten, sondern grob nach einer Anleitung von "The Scientific Seamstress" gefertigt. Ich habe ein Rechtecke von ca. 30 cm Breite und 1 m Länge genommen, es an jeweils einer kurzen und einer langen Seite gerafft (anders als in der verlinkten Anleitung, welche an beiden kurzen Seiten rafft; außerdem habe ich den Jersey auch nicht in der Mitte gefaltet) und das Ergebnis nach Augenmaß am Rockteil festgesteckt (die ungeraffte kurze Seite ist am Rücken und fällt einfach glatt nach unten).

Was noch fehlt:

  • der Verschluss am Rücken - geplant sind mit Stoff überzogene KamSnaps
  • die Rüschenreihen/der Rüschensaum

Für die Rüschen habe ich die annähernd 30 m Stoffstreifen schon "gerollsäumt". Glücklicherweise habe ich dafür meine Overlockmaschine - ich frage mich, ob dieser Schnitt auch schon einmal ohne Overlock genäht wurde, die Rüschenvariante würde ich definitv nur empfehlen, wenn man eine schnelle Möglichkeit zum Säumen oder sehr viel Geduld besitzt (falls ihr es überlesen habt: 30 m!).

Nur echt mit der Goldkante.
Ehrlich gesagt grusle ich mich etwas davor, diese Stoffstreifen jetzt zu Rüschen zu verarbeiten, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. Ich werde davon berichten. Und wie immer gilt: ich freue mich über Kommentare!

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

verlinkt beim creadienstag

Donnerstag, 22. Januar 2015

Überarbeitete Klamottenliste für Kindergartenkinder

So, mit etwas Verspätung kommt hier meine nach dem SWAP aktualisierte Kindergartenkinder-Klamottenliste. Im Vergleich zur ursprünglichen Liste (hier zu finden) habe ich eine Sommer- und Winterversion erstellt sowie wirklich alles aufgezählt, was meiner Meinung nach an Kleidungsstücken notwendig ist. Wahre Minimalisten würden die Liste wahrscheinlich noch weiter einkürzen, in diesem Umfang ist sie aber für unsere aktuellen Lebensumstände (Klima, Feinmotorik von Kind1 und Waschhäufigkeit) perfekt. Außerdem habe ich berücksichtigt, dass sich ein Teil der Kleidung stets als Reserve im Kindergarten befindet und wir auch mal eine Woche in den Urlaub fahren und in dieser Zeit nicht waschen können (deshalb komme ich bspw. auf 16 Unterhosen).

Die wesentlichen Änderungen zur ersten Liste:
  1. weniger Strumpfhosen: manchmal sind Strumpfhosen nötig, meist will Kind1 aber ohnehin keine anziehen. Ersetzt durch zusätzliche Leggings.
  2. weniger Cardigans/Sweatjacken: die Kombination Langarmshirt/Kurzarmtunika hat sich als extrem erfolgreich herausgestellt und machte Cardigans/Sweatjacken weitgehend überflüssig.
  3. eine Mütze reicht: Kind1 trägt Schlauchtücher, für kältere Temperaturen habe ich dafür extra welche mit Nicki genäht. Reicht aus und passt auch viel besser unter den Fahrradhelm.
So, und hier nun - tada - die Liste:

Basics
  • 3 Nachthemden
  • 10 Paar Socken (2 KiTa)
  • 16 Unterhosen (2 KiTa)
  • 4 Unterhemden
  • 2 Cardigans
  • 1 Sweatjacken
  • 1 Weste
  • 3 Paar Hosen (1 KiTa)
  • 3 Paar Leggings
  • 5 Kurzarm-Tuniken (1 KiTa)
  • 5 Langarm-Shirts (1 KiTa)
  • 2 Matschhosen ( 1 KiTa)
  • 1 Regenjacke
  • 2 Paar Gummistiefel (1 KiTa)
  • 2 Schlauchtücher
  • 1 Fahrradhelm
  • 1 Badeanzug
  • 1 Bademantel
  • 2 Paar Hausschuhe (1 KiTa)
  • Sportbeutel KiTa: Ballerinas, Sweathose, Shirt

zusätzlich im Sommer-Halbjahr
  • 1 Sommerjacke /-mantel
  • 3 Sommerhüte/Basecaps o.ä. (1 KiTa)
  • 2 Sommerhosen (bspw. Leinen)
  • 5 Kurzarmshirts/Tuniken (1 KiTa)
  • Schuhe: 1 Paar Sandalen, 1 Paar Sneaker/Stoffschuhe, 1 Paar Lederschuhe


zusätzlich im Winter-Halbjahr
  • 1 Winterjacke/-mantel
  • 1 Skihose
  • 1 Skianzug
  • 3 Paar Strumpfhosen (1 KiTa)
  • 3 Paar dünne Handschuhe (1 KiTa)
  • 1 Paar Skihandschuhe
  • 2 Winter-Schlauchtücher
  • 1 Mütze
  • 2 Hosen (etwas dicker od. gefüttert)
  • 5 Langarm-Shirts (1 KiTa)
  • Schuhe: 2 Paar Winterstiefel, 1 Paar Lederstiefeletten

Falls ihr das ganze so praktisch findet, dass ihr gern eine Version zum Ausdrucken möchtet, findet ihr hier eine Version als Google Doc. Ich freue mich über Kommentare!

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Montag, 19. Januar 2015

Lektionen aus KinderSWAP H/W 2014 - mein Fazit

So, bevor der Winter vorbei ist (der Frühling rückt ja immer näher, oder ist das Wunschdenken?), möchte ich gern über die Ergebnisse meines KinderSWAPs berichten. Im September habe ich mit diesem Projekt begonnen (hier beschrieben), genäht habe ich dafür:
  • 4 Langarmshirts (Schnitt Nr.25/"More Grey", Ottobre 4/2011)
  • 3 Tuniken (hier verbloggt)
  • 2 Paar Sweathosen (Schnitt Nr.23/"All-Time Favorite", Ottobre 1/2012)
  • 1 Mütze (Schnitt Nr.11, Ottobre 4/2011)
  • 3 Leggings (Schnitt Nr.26, Ottobre 6/2012)
  • 2 Paar Turnschläppchen (Schnitt "Bepuscht" von Farbenmix)

Damit konnte ich Kind1 natürlich nicht komplett ausstatten, es musste auch etwas Kaufkleidung her. Gekauft habe ich:
  • 1 Winterjacke mit passender Weste
  • 1 Matschkombi Jacke/Hose, gefüttert
  • 2 Matschhosen
  • 2 Jeans
  • 1 Bluse
  • 1 Strickjacke
  • 1 Schlafanzug
  • 3 Paar Handschuhe (1 Paar ist mittlerweile schon kein Paar mehr...)
  • div. Socken, Strumpfhosen und Unterhosen

Außerdem hat Kind1 noch 3 Shirts, 1 Pullover, 1 Langarmshirt, Socken und Unterhosen von den Großeltern geschenkt bekommen und natürlich noch diverse Sachen in der alten Größe gehabt, die hemmungslos bis zum bitteren Ende (der Größe oder des Materials) getragen werden mussten.

MamaMade: Langarmshirt, Leggings, Schläppchen

Insgesamt bin ich zufrieden mit der Umsetzung meines Plans. Der Kleiderschrank ist jetzt etwas lila-lastig, aber dafür passt fast alles zusammen und das Anziehen wird wie beabsichtigt einfacher. Außerdem habe ich durch die strukturierte Herangehensweise einiges gelernt:

  1. Kaufjeans sind ätzend/ich muss mehr Hosen nähen: Kind1 ist groß und schmal, und ich finde es sehr schwierig (unmöglich?), gut sitzende Jeans mit elastischem Bund zu finden. Bis vor kurzem hatten wir somit ständig Hosenmangel, da ein Paar Kaufjeans zu lang war und ihre alten Leggings nach über einem Jahr einfach durch waren (mehrfach geflickt, aber irgendwann hilft das nicht mehr). Sie hat somit praktisch in den zwei im September genähten Sweathosen gelebt & ich hätte auch gut noch ein drittes Paar gebrauchen können. Mit den letzte Woche frisch genähten Leggings und den neu gekürzten Hosen (Umschlag, zum Wiederauftrennen) sieht es jetzt etwas besser aus, aber ich werde wohl generell mehr Hosen nähen müssen.
  2. Tuniken sind super: Kind1 mag sie, und sie passen zu allem: zu Jeans, zu Leggings, mit einem Langarmshirt drüber oder drunter - geht alles. In den letzten Tagen hat Kind1 sie häufiger verkehrtherum angezogen, und selbst das geht (ich bin froh, dass sie sich endlich selbst anzieht und diskutiere da nicht rum). Über den Schnitt habe ich ja schon in meinem Blogbeitrag zu den Tuniken (hier) geschwärmt. Meine Vermutung ist, dass Kind1 sie wohl nicht an die kleine Schwester vererbt, sondern sie bis zum Auseinanderfallen tragen wird.
  3. Weiße Langarmshirts müssen nicht langweilig sein: ich habe lange über die Farben der verschiedenen Bekleidungsschichten (Kontext: Zwiebel-Look) nachgedacht und schließlich beschlossen, nur in der "Kurzarm-Schicht" richtig Farbe zuzulassen. Das kommt einem im ersten Moment extrem langweilig vor, erhöht aber die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten und verringert die Wahrscheinlichkeit für augenkrebserzeugende Zusammenstellungen. Damit die Shirts nicht ganz so öde daherkommen, sind Aufbügler eine gute Alternative - druntergezogen sieht es niemand/die Farben stören nicht, drübergezogen sieht es trotzdem nicht langweilig aus. Durch meinen Schneideplotter kann ich ja die Motive selbst schneiden (siehe auch mein Beitrag letzte Woche) und Kind1 durfte somit selbst bestimmen, was auf die Shirts kommt (Nachteil: ich soll jetzt mehr Glitzerfolie in verschiedenen Farben kaufen).
Ich bin zufrieden mit dem SWAP, auch wenn ich bei weitem nicht soviel genäht habe, wie ich wollte. Die Systematik möchte ich auf jeden Fall beibehalten, vielleicht schaffe ich es ja damit auch, noch bedarfsgerechter zu nähen und den Anteil an neuer Kaufkleidung zu reduzieren bzw. komplett durch Second Hand zu ersetzen (mit Ausnahme von Socken und Unterwäsche). Aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate habe ich meine Klamottenliste übrigens nochmal angepasst - falls es Euch interessiert, könnt ihr die aktualisierte Liste hier anschauen.

MamaMade: Tunika, Langarmshirt, Sweathose

Und für die nächsten Monate? Kind1 hat jetzt eine Basisgarderobe, die sie auch noch durch den Frühling bringen wird. In den letzten Tagen wollte sie auch wieder Röcke und Kleider tragen, aber vielleicht kann ich die gesteigerte Nachfrage ja mit einem ihrer Karnevalskostüme decken. Für heiße Sommertage muss ich mir noch Gedanken um passende Ergänzungsstücke machen - wahrscheinlich sollte ich noch zwei einfache/luftige Leinenhosen nähen - aber dafür ist ja noch Zeit.

Als nächstes nähe ich das eben erwähnte Karnevalskostüm - eine "Regenbogenprinzessin" wurde gewünscht. Und wenn das endlich abgearbeitet ist, bin ich an der Reihe - nach den jetzt guten Erfahrungen übrigens auch als SWAP. Ich freue mich schon drauf!

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Dienstag, 13. Januar 2015

Über Haie, Sterne und Krönchen - Erfahrungen zu diversen Bügelfolien

Zu Jahresbeginn habe ich drei Langarmshirts für Kind1 genäht und mit Bügelbildern verziert, und so dachte ich, ich schreibe mal etwas über die diverse Bügelfolien, die ich bisher ausprobiert habe.

Drei individuelle Langarmshirts nach Ottobre 4/2011, Schnitt 25 ("More Grey", Raglanshirt)

Vorab ein paar allgemeine Hinweise: ich schneide die Bügelbilder mit einem Silhouette Cameo Hobbyschneideplotter und nutze zum Aufbügeln eine Elnapress Limited Edition. Meist verziere ich selbstgenähte Kleidung und bügle die Motive direkt nach dem Zuschneiden auf die Schnittteile auf, also vor dem Zusammennähen des Kleidungsstücks. Die Bezugsquellen für die unten genannten Folien sind Neptun Kreativshop und Hobbyplotter.de.

Flexfolie: Neptun Flex Design und Hobbyplotter Flex Cut Folie

Ich habe bisher die Flexfolie von Neptun (in rot) und die Hobbyplotter Hausmarke (in gelb, grün und lila) ausprobiert und war stets zufrieden. Die Folien scheinen mir nicht identisch, selbst innerhalb einer Marke gibt es zwischen den Farben geringfügige Unterschiede (zumindest hatte ich das Gefühl, dass die Trägerfolie beim Hobbyplotter Lila stärker klebt als bei den anderen beiden Farben), die Unterschiede sind meiner Meinung nach aber bei sorgfältiger Arbeit vernachlässigbar. Flexfolien sind die günstigsten Folien und sie lassen sich am besten mit dem Kleidungsstück verbinden, damit sind sie für mich die allgemeinen Basisfolien.
Zur Verarbeitung: Ich habe die Folien mit den Standardeinstellungen für Silhouette Flexfolie geschnitten und die Trägerfolie noch heiß abgezogen.

Ich nehme die Flexfolie übrigens gern, um Größen"etiketten" für meine selbstgenähten Kleidungsstücke zu erstellen.

Selbst erstellte Größenetiketten - super Anwendung für Flexfolie

Beim Geburtstagsshirt meiner Tochter hatte ich ein zweifarbiges Motiv erstellt und die Farben übereinander aufgebügelt, was problemlos funktioniert hat (bei der zweiten Farbe mit Backpapier über dem Gesamtmotiv, um nicht die erste Farbe am Bügeleisen zu haben). Nach mehreren Wäschen scheint die zweite Farblage aber etwas brüchig zu werden - liegt wohl daran, dass ich sie auf eine durchgehende erste Farbschicht gebügelt habe und der so "versiegelte" Untergrund nicht so flexibel ist, was sich bei dem recht großen Motiv dann negativ bemerkbar macht.

Zweifarbiges Bügelbild, Original mit Kakaofleck!

Neptun Flock Design

Flockfolien sind etwas teurer als Flexfolien und haben eine samtartige Oberfläche. Durch die Oberflächenstruktur wirkt das Bügelbild meiner Meinung nach etwas hochwertiger, allerdings ist die Folie auch etwas steifer als Flexfolie (allerdings nicht so steif wie die noch folgende Holographiefolie). Mit der Neptun Flockfolie habe ich gute Erfahrungen gemacht, ich habe daraus problemlos sehr detaillierte Motive ausschneiden können (man beachte die Atomgewichte im "PSE-Cute" unten) und die Bügelbilder haben alle bisherigen Wäschen gut überstanden. Eine Kombination aus Flex- und Flockdesign sieht bestimmt auch schön aus, habe ich aber bisher nicht probiert.
Zur Verarbeitung: Ich habe die Folien mit den Standardeinstellungen für Silhouette Flockfolie geschnitten und die Trägerfolie vor dem Abziehen leicht abkühlen lassen (funktionierte besser als heißes abziehen).

Mal nicht selbstgenäht, sondern nur Kaufkleidung individualisiert.

Glitzerfolie: Neptun Holographie Design und Neptun Glitzer Design

Glitzer ist bei uns im Haus der ganz große Renner, also habe ich mich auch mal an Glitzerfolie versucht. Mein erster Versuch war die Neptun Holographie Folie. Diese Folie hat eine glatte Oberfläche und ist auch nach dem Aufbügeln noch recht steif; für große, flächige Motive ist sie daher weniger geeignet. Ich habe zwei verschiedene Motive auf die Sweathosen für Kind1 gebügelt, und da diese Hosen im Dauereinsatz sind, kann ich hier mal zwei Härtetest-Ergebnisse zeigen:

Links eine Sternchen-Kombination, rechts ein schmetterlingsjagender Hai

Beide Motive befinden sich auf dem unteren rechten Hosenbein. Das eher feine Sternenmotiv hat sich gut gehalten (wobei ein paar der kleinen Sterne - Motivgröße ca. 1 cm - abgefallen sind), das großflächige Hai-Motiv hingegen hat seine Farbe verloren! Die Folie ist noch da, aber irgendwie wurden die Farbpigmente rausgewaschen oder der optische Effekt durch die häufige Belastung zerstört.
Zur Verarbeitung: Ich habe die Folien mit den Standardeinstellungen für Silhouette Flockfolie geschnitten und die Trägerfolie heiß abgezogen.

Da ich von der Holographiefolie nicht so begeistert war, habe ich anschließend die Neptun Glitzer Design Bügelfolie probiert. Diese Folie kann man von der Struktur mit der Flockfolie vergleichen (ähnliche Dicke/Flexibilität), allerdings ist sie nicht samtig, sondern besitzt eine rauhe, glitzernde Oberfläche (ähnlich wie feines Schleifpapier). Ich habe die Folie einmal als einzelnes großes Motiv (die Krone im Foto ganz oben) und einmal in Kombination mit Flexfolie als kleines Motiv auf je ein Shirt gebügelt, allerdings haben diese Shirts bisher nur zwei Wäschen hinter sich und es lässt sich noch nichts über die Dauerfestigkeit berichten (diese beiden Wäschen hat die Folie aber problemlos überstanden). Ich finde sie aber sowohl von der Optik als auch Haptik deutlich schöner als die Holographie-Folie.
Zur Verarbeitung: Ich habe die Folien mit den Standardeinstellungen für Silhouette Flockfolie geschnitten und die Trägerfolie heiß abgezogen.

Detailaufnahme der Schmetterlinge vom oben gezeigten Shirt, Glitzerfolie über Flexfolie

Generell muss ich sagen, dass mir die Arbeit mit den Folien echt Spaß macht, zumal man mit dem Schneideplotter wirklich schöne Motive erstellen kann (man könnte die Folien aber auch mit der Schere ausschneiden). Und weil das Thema Bügelfolien vielleicht noch andere Selbermacherinnen interessiert, schicke ich es noch ganz schnell zum creadienstag. Danach aber ab ins Bett :-)

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Dienstag, 18. November 2014

Drei Fliegen mit einer Klappe (Kinderschnitt: Tunika "Flycatcher" aus Ottobre 3/2014)

Ich nähe einen Schnitt ja gern mehrfach. Mit zwei kleinen Kindern habe ich genug Abwechslung im Leben, die muss ich nicht zwangsläufig über die Nähmaschine bekommen. Wenn mir ein Schnitt gefällt und sich als praktisch herausstellt, gehe ich in die Serienproduktion, besonders bei Kinderkleidung.

Kind1 beim Gestalten ihrer Geburtstagseinladungen

Introducing "Flycatcher" aus der Ottobre 3/2014 (Sommer). Mein Kinderoberteil-Traumschnitt. Ich werde mein Ottobre-Abo jetzt kündigen: ich brauche es nicht mehr, in Zukunft wird nur noch Flycatcher genäht - der Schnitt geht bis Größe 146, das sollte für die nächsten Jahre reichen (aktuell nähe ich Größe 116).


Spaß beiseite, der Schnitt ist wirklich toll. Leicht genäht, eine schöne Länge und praktische Taschen. Wie bei jeder Tunika viel Mitwachspotential. Tragbar zu Hosen, Leggings oder auch nur mit Strumpfhose. Passt auch mit in die Matschhose rein. Kind1 fühlt sich darin sehr wohl, und ich kann an dem Grundschnitt verschiedene Variationen ausprobieren/üben. Für den Anfang habe ich mich an drei verschiedenen Saumabschlüssen versucht, die ich hier gern vorstelle: einfach umgeschlagen (wie vom Schnittmuster vorgesehen), Rollsaum und Bündchen.

Einfacher Umschlag
Bei der ersten Variante habe ich die Säume einfach umgeschlagen und festgenäht. Ich besitze zwar eine Overlock/Coverlock Kombimaschine, war aber zu faul zum Umbauen auf die Coverfunktion und habe statt dessen lieber eine Stunde mit Probestichen an meiner normalen Nähmaschine zugebracht, bis die Fadenspannung beim Dreifach-Zickzackstich zufriedenstellend war - irgendwie war der Wurm drin. Die Umschlagvariante ist in Ordnung, allerdings begeistert mich der Zickzackstich nicht wirklich. Hinterher ist man immer schlauer.

Vergleich Ärmelabschlüsse

"Doppelter" Rollsaum (Rollsaum + zusätzlicher Stoffstreifen mit Rollsaum)
Hier wird's interessanter. Was ich gelernt habe:
  • Der Jersey von Stoff und Stil ist etwas zu dick, um mit meinen Standardeinstellungen einen sauberen Rollsaum abzugeben (ansonsten aber schöner Stoff)
  • Für einen Rollsaum ist es besser, wenn der Stoff beidseitig Farbe hat und nicht nur einseitig bedruckt ist (der Katzenstoff rollt sich beim Tragen auf die rechte Seite ein und ist dann einfach nur ein weißer Wulst)
  • Es ist hübscher, wenn man erst die Seitennähte schließt und dann den zusätzlichen Stoffstreifen als Ring annäht (ich habe erst die Stoffstreifen angenäht und dann die Seitennähte geschlossen, damit "klemmt" der zusätzliche gerollsäumte (?) Stoffstreifen aber in der Seitennaht fest).
  • Rollsaum passt optisch nicht wirklich zu dem Schnitt, da die Tunika eine leichte Ballonform hat.
Meinen Rollsaum nähe ich übrigens mit der Overlock und drei Fäden, wobei ich in beiden Greifern Bauschgarn benutze.

Variantenvergleich unterer Saum

Bündchen
Dritte Version und gefällt mir eigentlich am besten, da man über die Bündchenfarbe noch etwas zusätzlichen Gestaltungsspielraum hat. Eventuell sollte man aber dann die Länge des Grundschnittes etwas reduzieren, bei mir ist diese Version etwas lang geraten.

Ich werde den Schnitt sicherlich noch mehrfach nähen, vielleicht sogar noch einmal in dieser Größe. Ich denke da an eine unifarbene Version mit Kontrastpaspeln in den Teilungsnähten der Vorderseite. Mal schauen. Die Ottobre Women 5/2014 enthält übrigens einen sehr ähnlichen Schnitt für Erwachsene - neulich erst gesehen bei Cutiecakeswelt.

Verwendete Stoffe
Die gemusterten Stoffe sind Jerseys von stoffe.de. Der orangefarbene Stoff ist "Baumwolljersey Medium" von stoffe.de - eigentlich kein Bündchenstoff, aber durch den hohen Elasthananteil sehr gut dafür geeignet. Der etwas hellere der beiden lila Stoffe ist Rib/Stretchjersey von Stoff und Stil, der dunklere ist "Viskosejersey Medium" von stoffe.de. 

Damit bin ich in meinem H/W SWAP ein deutliches Stück vorangekommen. Als nächstes kommen Langarmshirts dran, aber vorher schicke ich diesen Beitrag mal zum Creadienstag.

Viele Grüße,
Frau Lotterfix