Kann eine angesichts der Ereignisse in Paris locker-flockig über ein Nähbloggerinnentreffen berichten? Ja, eine kann, eine sollte sogar (meine Gründe dafür
legte ich am Samstag dar), und deshalb mache ich es jetzt auch.
Die Berichte der anderen Teilnehmerinnen finden sich übrigens bei Karin.
Womit fange ich an? Natürlich mit einem dicken Dankeschön. War toll organisiert von
Karin und
Susanne, und natürlich auch vielen Dank an
Antje und
Brigitte, die im Hintergrund fleißig mitgeholfen haben.
Wie es war? Schön, interessant, vielfältig. Samstag gab es Stoff-Shopping (ich war mit bei
Fashion for Designers, wollte eigentlich nur 1 m für ein neues Halstuch und habe dann angesichts der schönen Stoffe noch weitere 11 m für jetzt neu geplante Kleider, Blusen und Röcke gekauft), abends leckeres Essen im
Palanta und am Sonntag eine interessante Führung durch
die aktuelle Mode-Sonderausstellung im Museum für Angewandte Kunst Köln.
Sehr spannend fand ich die Vielfalt der anwesenden Frauen. Verschiedene Körpergrößen, Körperformen, Farbtypen, Altersklassen, Hintergründe. Einige Blogs kannte ich schon, einige waren mir gänzlich unbekannt und werden jetzt auf meine Leseliste wandern. Sehr unterschiedliche Kleidungsstile, aber jede Frau auf ihre Art besonders. Ich habe während der Museumsführung versucht, das auf einem Foto festzuhalten, aber mit meiner Handykamera funktioniert das leider nicht - ich habe offensichtlich kein gutes Bildgefühl und die Handyfotos allgemein zu wenig Tiefe.
Die Museumsführung fand ich toll. Ich hatte mich ja schon nicht aufraffen können, zur Karl-Lagerfeld-Ausstellung nach Bonn zu fahren (Schande über mich!), und ich hätte es wohl ohne das Nähbloggerinnentreffen auch nicht ins MAKK geschafft. Was schade gewesen wäre - denn eine hat selten Gelegenheit, sich mal in Ruhe so nah verschiedene Designer-Kleidungsstücke (überwiegend Prêt-à-porter) anzusehen. Zu sehen sind Werke verschiedener Designer*innen von (wortwörtlich) A bis Z - diese Anordnung wurde gewählt, weil die Ausstellung im Wesentlichen Neuzugänge zur Sammlung des MAKK zeigt. Einen inhaltlichen Bezug zwischen den Objekten gibt es nicht, das ist auch der Punkt, den ich kritisieren würde - wir hatten eine tolle Führung mit vielen Hintergrundinformationen und der Katalog zur Ausstellung ist gut gemacht und sehr informativ, die Ausstellung selbst ist aber eher auf die Ästhetik der Objekte ausgerichtet und liefert wenig Informationen, wenig Inhalt. Was ich schade finde, denn damit wird Mode und Design wieder nur auf Äußerlichkeiten reduziert.
Jetzt bin ich erstmal müde. Und so spannend es war, ich weiß nicht so recht, ob Bloggerinnentreffen etwas für mich sind. Es war ein bisschen wie auf einer großen Hochzeitsfeier - so viele Leute, mit denen man sich gern unterhalten möchte, aber man schafft es dann nicht, allen gerecht zu werden. Dazu bräuchte man viel mehr Zeit, oder aber - und der Gedanke treibt mich grad etwas um - ein verbindendes Arbeitsthema. Mit der Betonung auf Arbeit, so eine Art Workshopwochenende. Nicht unbedingt ein Näh-Wochenende wie die AnNäherung, sondern tatsächlich eher irgendwas mit Diskussionsmöglichkeiten und Austausch über das reine Nähen hinaus. Über Bedeutung von Mode im Alltag, Rolle der Mode in Kultur und Gesellschaft, Mode und Kommerz, Mode und Frauenbild oder aber auch Design-Themen - irgendwie sowas. Themen, die wir ja teilweise auch in unseren Blogs thematisieren. Ja, etwas abstrakt, aber das geht mir gerade im Kopf herum. Ich bin ja sehr neugierig, was sich hinter Alexandras
"Style Bootcamp"-Ankündigung von letzter Woche verbirgt, vielleicht geht das ja irgendwie in diese Richtung - wäre ja nicht die erste spannende Idee von ihr in diesem Jahr.
Liebe Grüße,
Frau Lotterfix