Dienstag, 20. Oktober 2015

Einhörner! Vom Stoff zum Bügelmotiv - kleines Schneidplotter-Tutorial

Ich habe mit der neuen Herbst/Winter-"Kollektion" für Kind1 begonnen und dabei zuerst sechs Basic-Langarmshirts aus einem graulila Jersey genäht. Um für etwas Abwechslung zu sorgen, haben die Shirts Bündchen aus bunten Jerseyresten und Aufbügler.

Einer der Jerseyreste war ein weißgrundiger Einhornprint, aus dem ich ein Sommerkleidchen genäht hatte, was leider wegen der Farbe und dem einfachen Schnitt eher wie ein Nachthemd aussieht (wieder was gelernt). Als ich auf der Suche nach einem passenden Aufbügelmotiv war, hatte ich spontan die Idee, doch einfach das Einhornmotiv als Vorlage zu benutzen und weil das so gut klappte und ich vom Ergebnis ziemlich begeistert bin, möchte ich Euch hier ein kleines Tutorial dazu zeigen.

Los geht's:

1. Zuerst habe ich das Motiv digital fotografiert. Ich nehme dazu mein iPad.
2. Das fotografierte Bild habe ich in ein Bildbearbeitungsprogramm  geladen (idealerweise sollte das Programm Layer unterstützen) und die Umrisse des Motivs nachgezeichnet. Ich benutze dafür den iPad, einen Eingabestift & Adobe Photoshop Touch, was es leider nicht mehr im App Store gibt. Eine Alternative könnte ArtStudio sein, das habe ich aber noch nicht getestet.

Statt Nachzeichnen kann die versierte Grafikprogrammbedienerin sicherlich auch über irgendwelche Filter-, Auswahl- oder Füllfunktionen zur gewünschten Kontur kommen, für mich war das Nachzeichnen aber schneller.

Die Variante ohne technische Unterstützung: das Motiv groß ausdrucken und die Umrisse am Fenster auf einem zweiten Blatt Papier nachzeichnen.

3. Anschließend habe ich die nachgezeichneten Umrisslinien als jpg-Datei exportiert - die Papier-Version könnte eine einscannen oder digital fotografieren.
4. Die jpg-Datei öffnete ich in Silhouette Studio, das Standardprogramm für meinen Schneidplotter (Silhouette Cameo). Dort gibt es die Funktion "Nachzeichnen", mit der dann die Schnittdatei erstellt wird. Dafür gibt's schon ganz viele Tutorials im Netz, als Beispiel verlinke ich zu Sewing Tini, die auch noch weitere hilfreiche Schneidplottertutorials erstellt hat.
5. Auf dem Foto links seht ihr die vorbereitete Schnittdatei. Vor dem Schneiden fülle ich die Restfläche gern noch mit allerlei Kleinkram aus (hier: Sterne und Herzen), um möglichst wenig Bügelfolie zu verschwenden. Die Kleinteile nutze ich dann später in anderen Projekten.
6. So sieht die Bügelfolie geschnitten und entgittert aus. Mähne und Schweif habe ich zusätzlich noch aus Glitzerfolie ausgeschnitten, um ein mehrfarbiges Bügelbild zu erhalten. Das muss in zwei Schritten erstellt und auch aufgebügelt werden. 
7. Zuerst habe ich die Glitzerfolie aufgebügelt. Ich gestehe: ich besitze eine Bügelpresse, da geht das leichter als per Bügeleisen.
8. Anschließend habe ich darüber dann die pinke Flockfolie platziert und aufbügelt. Und dann habe ich mich tierisch über das Ergebnis gefreut!

Im Nachhinein denke ich, dass ich das Einhorn noch weiß hinterlegen oder vielleicht sogar in weiß hätte plotten sollen - meine Farblegasthenie hat wieder mal zugeschlagen & die Kombination ist nicht richtig ausgewogen. Nicht schlimm, Übung macht die Meisterin :-)

Wenn ihr das Einhorn nutzen wollt, könnt ihr Euch das Bild oben übrigens gern nehmen. Die fertige Schnittdatei könnt ihr hier frei herunterladen - falls ihr das tut, würde ich mich über ein kleines Dankeschön in den Kommentaren freuen.

Viele Grüße,
Frau Lotterfix.


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Dieser Beitrag ist verlinkt beim creadienstag.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Jeans, die Zweite (und Dritte) // RUMS#1

Ich habe in den letzten Wochen wieder häufiger fremden Leuten auf den Hintern gestarrt. Es ist ja mittlerweile so, dass ich in weniger spannenden Meetingmomenten die Kleidung meiner Kolleginnen und Kollegen inspiziere (im Hinblick auf Schnittführung, Verarbeitung und Passform), aber da ich in den letzten Wochen an neuen Jeans gearbeitet habe, war ich zusätzlich auf der Suche nach Inspiration für ein Gesäßtaschenmuster. Das Ergebnis:

Oben Jeans#2 (7 oz), unten Jeans#3 (10 oz). Normalerweise trage ich Shirt über dem Bund, aber hier wieder Ausnahme für's Blogfoto.

Ja, es sind zwei geworden. Ich brauchte wirklich dringend neue Jeans, da eines der beiden Hosenpaare, die ich im ständigen Wechsel auf Arbeit trage, mittlerweile sehr abgenutzt ist, und aus Zeitoptimierungsgründen habe ich dann einfach gleich zwei Jeans zugeschnitten und genäht. Bei Jeans ist das wirklich praktisch, da eine durch die verschiedenen Arbeitsschritte und das Absteppen ja schon häufiger Maschinen und/oder Garn wechseln muss. Der Nähprozess hat sich in kleinen Schritten aufgeteilt über einen längeren Zeitraum gestreckt und ich habe diesmal die Zeit nicht festgehalten, kann also nicht sagen, ob ich mich gegenüber meinem ersten Paar Jeans zeitlich verbessert habe, aber qualitativ ist das Ergebnis sicher etwas besser.

Der Schnitt
Ich habe wieder meinen selbstkonstruierten Grundschnitt verwendet, dabei aber die etwas knapp geratenen Hosenbeine verlängert & die Hose am Oberschenkel etwas enger gemacht.
Hüftpassentaschen habe ich erneut weggelassen, die Gesäßtaschen habe ich etwas tiefer gesetzt, vergrößert und im oberen Bereich rechtwinklig gemacht (der Umschlag ist so minimal leichter zu nähen).

Das Material
Stretchdenim 7 oz Marine und Stretchdenim 10 oz Dunkel Marine von Stoff&Stil. Beide waren problemlos zu verarbeiten, der dickere ist aber etwas besser geeignet für die kommende Wintersaison. Auf den Fotos oben sieht man die beiden Stoffe, dabei erkennt man vielleicht auch, dass der Stretchstoff, beim Tragen etwas ausleiert - die Jeans auf den oberen drei Fotos sind schon zwei Tage getragen & eingesessen, die Jeans auf den unteren Fotos sind frisch gewaschen & sitzen damit am Oberschenkel noch etwas besser.

Methodische Verbesserungen gegenüber der ersten Jeans
  • Ich habe für die Steppnähte wieder mit zwei verschiedenen Garnfarben gearbeitet (zum Garn siehe mein alter Beitrag hier), die Vorgehensweise aber diesmal konsequenter durchgezogen. Fast alle Nähte sind zweifarbig gesteppt, allein der Bund und eine Steppnaht am Hosenschlitz ist nur einfarbig.
  • Als Unterfaden beim Steppen habe ich diesmal einen stärkeren Faden verwendet, Alterfil AS80. Die Nahtspannung erscheint mir dadurch etwas ausgewogener. 
  • Die Nähte habe ich mit der Overlock genäht und anschließend mit der Nähmaschine gesteppt (meine Nähte sind falsche Kappnähte/Scheinkappnähte). Das reduzierte gegenüber Jeans#1 den Umfädelaufwand. Dabei stellte ich fest, dass es beim Absteppen besser ist, wenn der Overlockrand eher breit ist (also nur wenig Nahtzugabe abgeschnitten wird), denn eine schmale Restnahtzugabe wurde von der zweiten Steppnaht meiner Scheinkappnaht nicht mehr erfasst und das Ergebnis sah durch das Nähen in nur einer Lage Stoff nicht so gut aus.
  • Ich habe mal eine andere Methode der Innenbundverarbeitung probiert, eine Art Verstürzen mit Schrägband. Bin mir noch nicht sicher, ob ich das Ergebnis besser finde als das einfache "Nahtzugabe umbügeln und feststeppen", aber es war etwas einfacher zu nähen, da ich beim Absteppen von außen immer sicher war, den Innenbund erfasst zu haben.

Innenbundansicht. Schrägband ist schön für Reststoffverwertung & Farbakzent.

Was ist noch zu verbessern:
  • Knopfloch - jaaaa, das war bei der 7oz-Jeans echt ein Reinfall. Ich hatte mir zwar vorher genau überlegt, wo das Knopfloch hin muss, aber dann ist es viel zu weit nach links gerutscht. Anschließend hatte ich die Idee, doch einfach ein zweites Knopfloch rechts davor zu setzen und das linke Ende des ersten Knopflochs per Zick-Zack-Stich wieder zuzunähen. Theoretisch klang das schlüssig (lag aber vielleicht auch an der späten Stunde), praktisch war das ein Mega-Fail. Folgendes habe ich dabei gelernt:
    • bei falsch platzierten Knopflöchern lieber gleich auftrennen und neu machen. Nicht das Knopfloch aufschneiden und dann rumpfuschen.
    • wenn eine schon aufgeschnitten hat, sollte eine das falsche Knopfloch wahrscheinlich lieber vorher auftrennen und mit Hilfe von (Stick)Vlies o.ä. fixieren
    • wenn eine zwei Knopflöcher hintereinander näht, sollte eine auch darauf schauen, dass sie in der gleichen Höhe sind
  • passgenauer Abschluss vordere Mitte (beide Hosenbundbreiten gleich) - nach wie vor nicht toll, nach wie vor sieht es aber keiner, und daher ist mein Leidensdruck noch zu gering. Wird irgendwann. 

Knopfloch-Fail, schon halb wieder aufgetrennt. Aber sieht man in der Praxis eh' kaum.


Allgemein aber: ich bin sehr zufrieden mit den Jeans!

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

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Dieser Beitrag ist verlinkt bei RUMS - Rund ums Weib am Donnerstag

Mittwoch, 23. September 2015

MMM#3: Voll disziplinierte Leinenhose

Vor kurzem wurde in diversen Blogs ja das Thema “Kopfnähen vs. Herznähen“ diskutiert. Abgesehen davon, dass ich überhaupt nicht der Meinung bin, dass „Kopfnähen“ langweilig oder anspruchslos sein muss (ein sehr gutes Beispiel dafür findet sich hier bei Sewing Galaxy), zähle ich mich ganz klar zu dieser Fraktion – ich nähe sehr geplant und tatsächlich nur Dinge, die ich wirklich benötige.

Und ich möchte die Diskussion um Kopfnähen vs. Herznähen noch um einen Aspekt ergänzen: das „Disziplin-Nähen“. Ich bringe es nicht über mich, ein neues Nähprojekt zu beginnen, wenn ein altes noch nicht abgeschlossen ist. UFOs (UnFinishedObjects = unabgeschlossene Projekte) gibt es bei mir nicht. Jetzt hat mich diese disziplinierte Einstellung sehr auf die Probe gestellt: irgendwann Anfang August hatte ich eine Leinenhose zugeschnitten, die dann aber wegen akutem Nähzeitmangel liegen blieb. Nun wurden die Tage wieder kürzer, der Füllgrad meines Kleiderschrankes war noch lange nicht da, wo ich ihn wollte und auch benötige, aber die Schnittteile aus schönem dunkellila Leinen (ursprünglich für Kind1 gekauft) lagen vorwurfsvoll neben der Maschine. Ich konnte absehen, dass ich die Hose dieses Jahr nicht mehr tragen werde, benötigte eigentlich viel dringender noch ein paar Jeans und ein paar wärmende Oberteile - aber zugeschnitten ist zugeschnitten.

Also habe ich mich dann (leise über mich selbst fluchend) an die Maschine gesetzt und die Hose fertig genäht. Der nächste Sommer kommt bestimmt schneller als gedacht, und irgendetwas in mir sagte auch, dass sie nicht pünktlich zum Sommerbeginn fertig sein wird, wenn ich sie jetzt weglege. Einmal überwunden, nähte es sich dann doch schneller als gedacht, und bevor sie bis zum nächsten Sommer im Schrank verschwindet, möchte ich die Hose wenigstens hier auf dem Blog präsentieren:

Frisch von der Wäscheleine

Der Schnitt basiert auf dem Grundschnitt, den ich  mir für meine Jeans erstellt habe, allerdings habe ich an Oberschenkel und Knie etwas mehr Weite zugegeben und auch die Fehler im Grundschnitt (fehlende Nahtzugabe an Bund und Hosensaum) ausgemerzt. Hüftpassentaschen habe ich wieder weggelassen, dafür aber für hinten Paspeltaschen genäht:


Die Paspeltaschen waren wirklich sehr einfach, gearbeitet habe ich nach der Anleitung in "Burda - Nähen leicht gemacht", und nur um sicher zu gehen, habe ich vorher auf einem Reststück eine Probetasche genäht. War leichter als gedacht, doch als es dann konkret wurde, musste ich doch noch kurz rätseln: die Abnäherspitze lief direkt durch meine geplante Paspel, das hatte ich natürlich nicht bedacht. Habe dann beim Vergleich mit Kaufhosen festgestellt, dass das wohl normal ist, und den Tascheneingriff leicht nach unten versetzt sowie den Abnäher gekürzt. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, beim nächsten Mal würde ich mich aber auch noch einen Taschenverschluss vorsehen (Knopf & Schlaufe oder Knopfloch).

Fehlersuchbild

Für den Bund habe ich übrigens innen einen Kontraststoff verwendet und im Nachhinein bereut, da mir der Abschluss der vorderen Mitte nicht perfekt gelungen ist und somit ein winziges bisschen Kontraststoff hervorblitzt. Den perfekten Bund habe ich auch diesen Mal nicht hinbekommen, die Knopflochseite ist breiter als die Knopfseite. Das habe ich übrigens NOCH NIE perfekt hinbekommen, aber beim Tragen fällt es praktisch nie auf. Insgesamt bin ich aber sehr zufrieden, und ich bin auch sehr zufrieden mit dem Konzept „abgewandelter Grundschnitt“ - eine hat viel mehr Freiheit, die Kleidungsstücke direkt nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten. Für mich ist es auch der konsequente Folgeschritt nach dem Selbstnähen – wenn eine sich die Kleidung eh‘ schon selbst näht, warum sollte sie sich durch vorgegebene Schnittmuster einschränken lassen? Es ist ja auch möglich, einen etablierten Kaufschnitte abzuwandeln, wenn eine nicht mit der Schnittkonstruktion beginnen will. Für Hosen kann ich dazu übrigens das Buch "Making Trousers for Men & Women" von David Coffin empfehlen, er arbeitet nach diesem „Baukastenprinzip“ und stellt in dem Buch Abwandlungen der verschiedenen Hosenelemente vor. Und noch ein Hinweis: Mema und Immi haben sich vorgenommen, auf ihren Blogs eine kleine Reihe zum Thema „Von Schnittmustern unabhängiger machen“ zu präsentieren, das wird sicher auch sehr lesenswert.

Doch jetzt bin ich vom Thema abgekommen und möchte wieder den Bogen zum Anfang schlagen: wie macht ihr das? Näht ihr diszipliniert zu Ende, oder stapeln sich bei Euch die halb fertigen Projekte? Hättet ihr die Leinenhose fertig genäht, oder hättet ihr sie geschoben? Ich würde mich über Kommentare dazu sehr freuen.

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Verlinkt beim MeMadeMittwoch

Montag, 24. August 2015

Eine Stunde für Flüchtlinge

Die Artikel und Blogbeiträge, die ich in letzter Zeit zum Thema Flüchtlinge lese, machen mich fertig. Die Bilder bringen mich zum Heulen. Ich weiß nicht, wie ich mit all dem Leid umgehen soll. Ich schlafe schlecht ein und habe beschlossen, mich vorübergehend von Twitter fernzuhalten – ich ertrage den krassen Wechsel zwischen Leid und Belanglosigkeiten in meiner Timeline grad nicht. Ich habe das Gefühl, etwas tun zu müssen, und fühle mich gleichzeitig so unglaublich hilflos. Ich, ich, ich - Luxusprobleme angesichts der Situation der Flüchtlinge. Und das Wissen, dass mein Jammern ein verdammtes Luxusproblem ist, macht mich gleich doppelt wütend auf mich. Und die Welt. Und überhaupt.

Daneben steht das Gefühl, nach bezahlter Arbeit und Familienarbeit gerade überhaupt keine Zeit für mich zu haben. Objektiv ist das vielleicht nicht richtig, aber das Gefühl ist da. Kombiniert mit dem „ich muss doch aber etwas tun“-Gefühl stecke ich in einer Sackgasse, die mich lähmt und belastet.

Um aus dieser Starre rauszukommen, bin ich jetzt zu folgendem Schluss gekommen: wenn schon nicht Zeit, dann wenigstens Geld. Um für mich die Verknüpfung zu „aktiv etwas tun“ herzustellen und einen Geldbetrag zu finden (wieviel ist „genug“, „angemessen“, „richtig“?), mache ich das jetzt so: ich arbeite eine Stunde die Woche für Flüchtlinge. Ausgehend von einer 40 h-Arbeitswoche spende ich also 1/40 = 2.5 % meines (Netto)Gehaltes an Initiativen, die Flüchtlingen helfen. Eine Stunde ist nicht wirklich viel, aber ich will irgendwie einen Einstieg finden und einen Betrag, den ich auch langfristig halten kann. Sicherlich ist das nicht perfekt, aber etwas Besseres weiß ich auch grad nicht.

Und ihr, wie geht ihr damit um?

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Sonntag, 7. Juni 2015

Ein Anfang. // Spring Style Along - Finale

Die letzten Wochen habe ich mich mit Blogposts ja eher zurück gehalten. Kind1 macht es uns grad nicht einfach und ist abends nicht ins Bett zu bekommen - ich hoffe, dass auch das nur eine Phase ist. Aber zum Finale reihe ich mich wieder ein, denn ich war zwischenzeitlich durchaus fleißig und möchte gern meine UniForm-Erkenntnisse der letzten Wochen teilen.

Nähtechnisch habe ich nicht besonders viel vorzuweisen: eine Bluse und zwei ärmellose Shirts. Und die Bluse ist dabei nicht mal besonders toll geworden, der Ausschnitt hinterlässt mich immer noch unzufrieden. So lag mein Schwerpunkt beim Spring Style Along schlussendlich auf dem Styling, und da habe ich in den letzten Wochen viel gelernt. Doch genug der Worte, hier Fotos der Kombinationen von letzter Woche:

Montag / Dienstag / Mittwoch / Donnerstag / Freitag

Besonders abwechslungsreich ist das nicht, aber das sollte die UniForm ja auch nicht sein (hier sind meine Anfangsüberlegungen nachzulesen). Ich versuche, mit Accessoires etwas Abwechslung zu erreichen, wahrscheinlich ist das aber erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Dazu nochmal ein extra Danke an mamamachtsachen und marjakatz: speziell die Accessoire-Woche war eine bereichernde Idee, viele vernachlässigte Schmuckstücke kommen jetzt wieder regelmäßig zum Einsatz.

Am Anfang war ich unsicher, ob ich mich in soviel Einfalt wohlfühle (dummer Wortwitz als Gegenstück zu Vielfalt, get it?), aber es macht mir echt nichts aus. Nein, es geht mir sogar richtig gut damit. Auf Arbeit wird das hoffentlich als mein Stil und nicht als "die zieht ja jeden Tag das Gleiche an" gesehen. Heureka, ich habe einen eigenen Stil entwickelt! Und was habe ich sonst noch so aus den letzten Wochen mitgenommen?

  • Das Outfit ist toll für verschiedene Temperaturen und auch Schwankungen im Tagesverlauf - mit Blazer und Halstuch gibt es zwei Lagen, die eine gute Feinabstimmung auf die Bürotemperatur ermöglichen.
  • Wenn ich mich in etwas richtig reindenken muss, stört mich mitunter die Förmlichkeit des Blazers. Für die Detailarbeit am Schreibtisch ziehe ich ihn also gelegentlich aus.
  • Schuhe machen einen Unterschied - ich trete je nach Schuhwerk unterschiedlich auf, im doppelten Wortsinn. In "Klackerschuhen" (Zitat Kind1) fühle ich mich tougher, ohne Absatz gemütlicher.
  • Feinstrümpfe und Strumpfhosen sind irgendwie echt nicht gut konstruiert - falls jemand einen Trick gegen Laufmaschen hat, bin ich eine dankbare Abnehmerin. Mein aktueller Verbrauch ist alles andere als nachhaltig.
  • Die Jeans könnten tatsächlich auch etwas enger - allerdings sind sie so auch schön bequem.

Der Titel dieses Beitrags sagt es aber: ich bin erst am Anfang. Ich habe gesehen, dass dieses Outfit für mich funktioniert, jetzt muss ich das Konzept mit weiteren Kleidungsstücken vervollständigen, damit ich auch endlich diese schrecklichen blauen Blusen (im Foto Montag & Dienstag) aus der Wäscherotation nehmen kann. Die sind nämlich nur Notlösungen, um die Zeit bis zur nächsten Wäsche zu überbrücken.

Was ich noch benötige:
  • mehr Blusen/Tuniken. Den Grundschnitt habe ich ja jetzt, auch den bisher vernähten Stoff fand ich toll. So toll, dass ich mir gleich 6 m davon nachbestellt habe, um in die Serienproduktion zu gehen. Aber: Pustekuchen. Der Farbton der 6 m war deutlich gelblicher als der der ursprünglichen 2 m und jetzt bin ich sauer auf Stoff&Stil und überlege, ob ich jetzt die Blusen doch aus dem gelblichweißen Stoff nähe oder ihn umfärbe und anderweitig verwende (wäre perfekt für luftige Kindersommertuniken).
  • die schon im Anfangspost vorgesehen Jeans und Blazer
  • ich habe festgestellt, dass auch eine weiße oder dunkelblaue Strickjacke gut zu dem Outfit passen, ein bürotauglicher Cardigan wäre eine schöne Blazer-Alternative. Müsste ich aber wohl eher kaufen, Stricken liegt mir nicht und schönen Strickstoff habe ich bisher nicht gesehen.
  • eigentlich wäre auch ein dunkelblauer Rock recht passend... 

Ihr seht - langweilig wird mir wohl auch weiterhin nicht werden!

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Mittwoch, 13. Mai 2015

MMM#2: Spontane Spring Style Along-Tragefotos

Wetter gut, Mann nicht mehr auf Dienstreise, ich selbst pünktlich von der Arbeit zurück - da konnte ich doch tatsächlich spontan ein paar Tragefotos meiner ArbeitsUniForm für den Me Made Mittwoch schießen lassen:


Blazer: gekauft (Esprit)
Jeans/Bluse/Halstuch: MeMade, siehe unten
Schuhe: Vans

Die Jeans ist nach meinem selbstkonstruierten Maßschnitt genäht, mehr dazu in diesem Blogpost. Ich mit Passform (bewusst nicht so eng) und dem Stoff sehr zufrieden und trage sie sehr häufig, allein die Beinlänge ist etwas kurz - das wird in der nächsten Version angepasst. Das Halstuch ist ein luftiger Viskosewebstoff mit Overlock-Rollsaum - eins von diesen Instant Gratification-Nähprojekten.

Die Bluse ist im Rahmen des Spring Style Alongs entstanden, eine Kopie des Dixie Top von Style Arc basierend auf selbstkonstruiertem Grundschnitt. Der Ausschnitt ist mir zu großzügig geraten (besonders in Bewegung liefert er unerwünschte Einblicke), deshalb trage ich ein weißes Top/Hemdchen drunter. Mit dem Verlauf der vorderen Teilungsnaht bin ich nicht zufrieden, diese läuft im Original deutlich harmonischer (wahrscheinlich ist das Original im Brustbereich weniger figurnah geschnitten). Die Rückenkonstruktion hingegen gefällt mir sehr gut. Sie ist schnell zu nähen, liefert aber trotzdem eine gute Passform und eine gefällige Optik - wird auf jeden Fall wieder genäht, aber das Vorderteil möchte ich noch verändern.

Die Falten habe ich extra mühsam im Büro eingesessen.

Und das war's auch schon für heute.

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Sonntag, 10. Mai 2015

Schneckentempo // Spring Style Along - Being on the needle (1)

Bei meinen Nähplänen habe ich die Dienstreisepläne meines Mannes nicht berücksicht, und eben diese machen mir gerade einen Strich durch die Rechnung. Abends allein mit zwei Kindern und Haushalt komme ich nämlich kaum voran. Ich bin letzte Woche ja nicht mal zum Bloggen gekommen - da Accessoires aber ein wichtiger Teil meiner ArbeitsUniForm sind, muss ich das noch nachreichen. Auch wenn die anderen SpringStylerinnen schon viel weiter sind.

Ich habe trage sehr gern Tücher (mir ist sehr leicht kalt & ich mag die extra Wärme am Hals) und besitze eigentlich auch diverse Schmuckstücke - allerdings habe ich die seit der Geburt von Kind1 kaum getragen. Der SSA war jetzt Anstoß, meine diversen Ketten und Ringe zu reinigen und zu sogenannten Beauty Bundles zusammenzufassen. Ein Konzept, das gut zu meiner analytisch-pragmatischen Denkweise passt.

Schön gebündelt: Blau / Braun / Rosa / Grün

Die Bündel sind ein schöner Anfang, aber es gibt definitiv noch Ausbaupotential. Zum einen habe ich ja seit diesem Artikel von Mamamachtsachen ganz viel Lust auf lackierte Zehennägel und zum anderen könnte ich mir auch mal eine farblich passende Handtasche leisten. Für die Arbeit brauche ich die zwar weniger, aber die Beauty Bundles funktionieren ja auch in der Freizeit.

Zum Nähen bin ich dafür kaum gekommen. Die Dixie-Kopie ist fertig, allerdings lässt der Ausschnitt meiner Version zu tief blicken - bisher habe ich sie daher nur mit Halstuch getragen und ich überlege, nachträglich noch etwas Spitze oder Chiffon hinter den Ausschnitt zu nähen. Eine andere Möglichkeit wäre, noch ein enges Jersey-Top zum Drunterziehen in den Nähplan aufzunehmen, das würde auch helfen. Tragefotos gibt's vielleicht beim nächsten Mal.

Statt dessen noch ein Link, der mich in dem Konzept der UniForm bestärkt: Kleidung beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung durch andere, sondern auch die eigenen Gedanken. Weiß man ja eigentlich, aber immer wieder interessant.

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Mittwoch, 29. April 2015

Plan & Wirklichkeit // Spring Style Along - On the Verge of Sewing

Letzte Woche habe ich große Pläne geschmiedet, diese Woche holt mich die Realität ein. Mann auf Dienstreise, Kinder abends nur mäßig schlafbereit, der neue Arbeitsalltag recht anspruchsvoll und abends dann noch der Haushalt… ihr kennt das. Ich versuche, mich nicht entmutigen zu lassen – auch mit 20 Minuten pro Abend kommt man voran, wenn man dran bleibt. Und so bin ich tatsächlich „on the verge of sewing“ – zugeschnitten habe ich, mehr aber auch nicht. Doch halt – eigentlich schon. Immerhin habe ich den Schnitt selbst konstruiert. Und weil es sonst nichts Neues gibt, zeige ich Euch ein paar Fotos vom Konstruktionsprozess.

Ausgangspunkt ist eine Idee. Ich bin kein Designer, nur Konstrukteur, als Inspiration dienen mir daher andere Schnitte (gesammelt auf Pinterest), und als erstes Projekt habe ich mir das Dixie Top von Style Arc ausgesucht. In den letzten Wochen meiner Elternzeit habe ich mir einen Grundschnitt erstellt, welcher mir jetzt als Ausgangspunkt dient. Zuerst verlege ich den Taillenabnäher der Grundschnittschablone per Drehmethode auf die Seite.

Auf dem Bild ganz rechts ist ein verlegter Abnäher, ich schwöre!

Die Drehmethode ist im Hofenbitzer recht gut beschrieben. Ich habe mir am Brustpunkt der Grundschnittschablone ein kleines Loch gestanzt, was ich beim Kopieren ausmale. So kann ich beim Drehen gut kontrollieren, dass die Schablone nicht verrutscht ist, da auch nach der Drehung das Loch immer noch vollständig ausgefüllt sein sollte.

Anschließend verlängere ich auf die gewünschte Länge, zeichne einen neuen Ausschnitt ein und teile die Vorderseite am Abnäher in zwei Teile, die in etwa dem Vorbildschnitt entsprechen. Die Linien folgen dabei keinen Regeln, sondern sind nach Gefühl gezeichnet.


 Am Rücken verlängere ich ebenfalls (sollte natürlich zum Vorderteil passen) und markiere den Verlauf der Querteilungsnaht, und zwar ausgehend von der Stelle an der Seitennaht, an der die Vorderseite geteilt wird. Anschließend streiche ich den Schulterabnäher (beim Nähen der Schulternaht muss die Mehrweite dann eingekräuselt werden) und den Taillenabnäher verteile ich in die Seiten- und Rückennaht (nicht perfekt, aber bei nur 1 cm Abnäherweite funktioniert das hoffentlich). Die Abnäher im unteren Teil möchte ich offen lassen, die Mehrweite wird dann an der Querteilungsnaht in Falten gelegt.


Nach dem Hinzufügen der Nahtzugabe, der Randverstärkung mit Malerkrepp und dem Ausschneiden sind die Schnittteile fertig.


Das Konstruieren macht echt viel Spaß, der kreative Prozess ist nochmal völlig anders als beim Nähen. Natürlich ist es auch extra Arbeit, und zwischendrin habe ich meinen Plan schon verflucht – mit einem Burda-Schnittmuster wäre ich sicher schneller gewesen. Allerdings sitzt mein Brustpunkt etwas tiefer als die Norm-Konstruktionsmaße, daher passen die Abnäher nicht – für eine gute Passform hätte ich die Abnäher verlegen müssen, und das wäre ja auch Arbeit gewesen. Leider habe ich diesmal  – im Gegensatz zu meiner ersten selbstkonstruierten Bluse – vorher keine Skizze gemacht, was sich während des Konstruierens prompt rächte – das mit der passenden Seitennaht ist mir beim ersten Rückenentwurf nämlich nicht aufgefallen. Ein Punkt, wo eine Abkürzung am Ende zu Mehrarbeit geführt hat. Aber war ja nur verschwendetes Papier, und beim nächsten Mal bin ich schlauer.

So… dann schaue ich mal noch, wie weit die anderen Spring Stylerinnen sind. Zum Nähen komme ich heute ja doch nicht mehr.

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Sonntag, 19. April 2015

Fehlt da nicht etwas Farbe? // Spring Style Along - Style Code, check!

Mein aktueller Kleiderschrank bietet für meine UniForm-Pläne folgende Teile:


Zwei Blazer, eine Bluse, drei Jeans. Rein formal gute Ausgangslage, allerdings passt nur eine der drei Jeans richtig gut (die neue), eine ist ok und eine definitiv zu eng. Die (Kauf)Blazer sind gut, die Bluse genau wie geplant - glücklicherweise, sie ist nämlich das Probestück für weitere Oberteile. Ich habe mir kürzlich einen Grundschnitt nach meinen Maßen konstruiert, mit diesem möchte ich jetzt verschiedene Blusenvarianten nähen, eine kleine Sammlung an Schnittinspirationen habe ich schon auf Pinterest zusammengetragen.

Ich möchte für meine UniForm gern sieben Oberteile, drei Blazer und drei gut sitzende Hosen. Mein Fokus liegt zuerst auf den Oberteilen/Blusen, die benötige ich am dringendsten. Danach eine Jeans und eine Leinenhose und wenn ich diese Basics habe, würde ich mich gern an einen Blazer wagen. Was davon im Rahmen des Style Alongs zu schaffen ist, werde ich sehen - aber es hindert mich ja niemand daran, anschließend noch weiterzunähen.

Nach dem letzten Beitrag merkte eine meiner liebsten Freundinnen an, ob meinen Plänen nicht etwas Farbvielfalt fehlen würde. Ich könnte den gleichen Stil mit verschiedenfarbigen Blazern durchziehen - Stichwort Pantone Merkel. Oder Jeans und Blazer mit verschiedenen Blusenfarben kombinieren - geht auch und ist einfacher zu nähen. Was allerdings nicht geht, ist beides zusammen - eine Falle, in die meiner Meinung nach zu häufig getappt wird. Ich nenne das jetzt mal die "Vielfalt-Falle" - man hat viele hübsche Teile, setzt bewusst auf Vielfalt, damit die Kleidung nicht langweilig wird. Aber wenn man das sowohl bei Ober- als auch Unterteilen macht, hat man am Ende nichts zu kombinieren und trotz gut gefülltem Kleiderschrank nichts zum Anziehen. Ich illustriere das mal mit einem kleinen Foto aus meinem Kleiderschrank:


Die rechtsseitige Kombination geht noch - die weiße Bluse, blaue Jeans, grauer Blazer und buntes Tuch. Links hingegen geht gar nicht - eine blau-weiß gestreifte Bluse, und diese passt weder zum grauen Blazer noch zum bunten Tuch. Zum blauen Blazer hätte sie ja noch gepasst, aber ist dieser in der Wäsche, ist das Outfit untragbar. Vielfalt-Falle.

Ich werde den Grundstil der Uniform so lassen und statt dessen lieber mit Accessoires für etwas Abwechslung sorgen. Ein sehr hübsches Beispiel dafür ist diese Zusammenstellung bei Polyvore. Der Trick für Styling-Anfänger wie mich scheint nämlich folgender: bei einer guten Basis immer das gleiche Element variieren. Da ich eine Frostbeule bin, werde ich das mit Halstüchern machen. Hier jetzt also die Farbe:


Extra für Dich, M.!

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix

Mittwoch, 15. April 2015

ArbeitsUniForm // Spring Style Along - Get a Style Code

Am Montag bin ich nach 14-monatiger Elternzeit wieder ins bezahlte Arbeitsleben zurückgekehrt und schon seit Wochen überlege ich, wie meine Arbeitsgarderobe eigentlich aussehen soll. Theoretisch hatte ich in den letzten Wochen viel Zeit, praktisch habe ich dann doch nur eine Jeans und eine Tunika für mich genäht - sowohl in meinem Kopf- als auch in meinem tatsächlichem Kleiderschrank ist also noch Platz. Als ich dann über den Spring Style Along von MamaMachtSachen und Marja Katz las, merkte ich: das ist der perfekte Tritt in den Hintern, um trotz neuem Job doch noch etwas für meinen Kleiderschrank zu tun. Und daher mache ich jetzt auch mit.

Bevor ich zu meinem "Style Code" komme, erst etwas zum "Dress Code" bei meiner Arbeit. Ich arbeite als Verfahrenstechnik-Ingenieurin in der chemischen Industrie. Direkt in den Produktionsanlagen wird Arbeitsschutzkleidung getragen, ich arbeite aber überwiegend am Schreibtisch, da kann man bei uns prinzipiell alles anziehen. Literally. Ich sah schon einen Kollegen mit Radlerhosen und eine Kollegin mit Spaghettiträger-Top zu Besprechungen auftauchen.

Exkurs: Das geht ja gar nicht! - Warum eigentlich nicht? "Kleider machen Leute" funktioniert in beide Richtungen, Kleidung beeinflusst immens unsere Wahrnehmung von anderen Menschen. Falls ihr eure Gedanken dazu noch etwas mehr anstoßen lassen wollt, hier zwei Links: der zur Fotoausstellung "Kleider machen Leute"  von Herlinde Koelbl (aktuell zu sehen in Bad Mergentheim, da finde ich die Beschreibung aber nicht so schön), und der zum TEDx-Beitrag "Beat Your Bias" von Yassmin Abdel-Magied.

Die meisten meiner Kollegen und Kolleginnen kommen in Alltagskleidung zur Arbeit. Jeans, Shirt, Pullover - bei den Männern auch mal ein Hemd, unterhalb der Geschäftsführung aber selten ein Jacket oder eine Krawatte und schon gar nicht gleichzeitig Jacket und Krawatte (spezielle offizielle Anlässe mal ausgenommen). Im Prinzip also die perfekte Spielwiese für die modisch interessierte Angestellte.

Bei dieser Berufskleidung kann man sogar den Friseur sparen.

Allein - ich bin nicht unbedingt das, was man als modisch interessiert bezeichnet. Und schon gar nicht bin ich modisch versiert. Am liebsten wäre es mir, wenn meine Position das permanente Tragen von Arbeitsschutzkleidung erfordern würde oder wenn ich - ähnlich wie Schornsteinfegerinnen oder Ärztinnen - eine Art Uniform tragen müsste. In beiden Fällen bräuchte ich mir nicht viel Gedanken um mein Erscheinungsbild machen, sondern könnte jeden Morgen auch ohne Brille gedankenlos in den Kleiderschrank greifen. Ist aber nicht so. Aber ich habe jetzt beschlossen: muss ja auch nicht, ich lege mir einfach meine eigene Uniform fest.

Obwohl er für individuelle Kleidung einer Einzelperson eigentlich nicht anwendbar ist, benutze ich den Begriff Uniform, denn er drückt ein bestimmtes Gefühl aus. Meine Arbeitskleidung dient nicht nur zur Bedeckung meines Körpers, sie trennt für mich auch die private Frau Lotterfix von der angestellten Frau Lotterfix. Ich mag beruflich durchaus etwas Distanz und Förmlichkeit. Und vielleicht spiele ich auch mit den Kontrasten: hinter meiner konservativen Kleidung steckt ein eher progressiver Charakter (behaupte ich jetzt mal). Schlußendlich mag ich auch den Begriff: uni-form. Ich brauche nicht viel Abwechslung, mag Routinen und streng geometrische Formen, uni-form ist also genau richtig für mich.

Ob ich mich mit diesem Bild wohl noch für den FUSSA qualifiziere?

All das steckt für mich in dem Begriff „ArbeitsUniForm“. Natürlich will ich mir keinen Blaumann nähen und ich plane auch keine Jacke mit Rangabzeichen. Ich habe lange überlegt, was für mich Förmlichkeit und Bequemlichkeit verbindet, und bin letztendlich bei folgender Kombination gelandet (siehe auch mein Pinterest-Board):

http://www.extrapetite.com/2014/09/back-to-basics.html
Und diese Kombination brauche ich nun so oft, dass ich damit etwas mehr als eine Arbeitswoche überstehen kann. Also mehrere Jeans, blaue Blazer, Tuniken/Blusen. Tauglich für Frühling/Sommer, natürlich. Also vielleicht statt Jeans doch auch noch Leinenhosen und – das wäre toll – einen Leinenblazer. Als Sahnehäubchen ein paar Accessoires, die dann doch ein klitzekleines bisschen Abwechslung reinbringen. Genau das ist mein Style Code – was denkt ihr, klingt das nach einem Plan?

Liebe Grüße,
Frau Lotterfix